Feldversuch 10

ueberschrift

LineUp der Expeditionsleiter

Man muss nicht nur Musik hören wollen, man muss es auch können!!!

Der Typ ist so dermaßen bis zum Anschlag mit Sperma gefüllt, dass es ihm schon aus den Ohren trieft. Bei genaueren Betrachtung ist es aber dann doch nur ein feuchter Wattebausch, der aus seinem Gehörgang lugt. Hat er sich aber bestimmt ins Ohr gestopft, damit es ihm nicht rausläuft sein Sperma. Sein Truck hustet sich gerade mal in den 2ten Gang, da läuft sein Fahrer bereits zu hochtouren auf: “White girls, black girls, big tits, small tits” sprudelt es geradezu geifernd aus ihm heraus und wenn man beides nicht zur Hand hat, hat man doch wenigstens selbige frei um selbst anzulegen. “Pumping, Pumping” erklärt er die dazu gehörige Handbewegung freudig grinsend und fragt mich mit erwartungsvoll leuchtenden Augen, ob ich denn auch zu den Anhängern dieser Form der Befriedigung gehöre.

Ehrlich und blöd wie ich bin (irgendwie hab ich immer öfter das Gefühl als würden “Ehrlich” und “Blöd” Hand in Hand durchs Leben ziehen) erkläre ich ihm, dass ich auch nur ein Mensch mit ganz normalen Bedürfnissen bin und sich wahrscheinlich selbst der Papst im Beichtstuhl schonmal einen von der Palme gewedelt haben dürfte. Warum also ich nicht? Hat man ja im Laufe seines Lebens gelernt, dass das Zeug eher gesund ist, als dass es zur Erblindung führt… Ich antworte mich damit um Kopf und Kragen. “Do you want Pumping now?!” “Ach du scheisse” “What?” “NO!!!” …

Beim Einschlafen versuche ich mich auf das Rauschen der Beats zu konzentrieren. Funktioniert anfangs gar nicht mal schlecht, merke jedoch bald, dass sich der beruhigende Bass schnell in das Geräusch einer stark befahrenen Partybahn verwandelt und spätestens nachdem ich mich direkt neben einer an eine High-end-Hi-Fi-Anlage angeschlossenen Waschmaschine wähne, gebe ich auf und mich der Realität hin:

[Weltmichl, 2010]

Live-Acts

DJ-Support

  • brainslug.me (d&b)
  • Tom Ate (d&b)
  • Random Aggressive Ninja Knight(Goa)
  • Stan Nats(Goa)
  • bass.t(old school)
  • Chuck Alaka(old school)
  • Greg (minimal)

Fressen und Logie

Man muss nicht nur fressen wollen, man muss es auch können!!!

Ich nutze die aufgeschwatzte Busfahrt zum Feldversuch, um mein sonnenverbranntes Gesicht von der bröckelnden Hautkruste zu befreien und schmiede dabei Pläne für die Ankunft: Meine Ankunft auf der Soliparty sollte eigentlich gebührend gefeiert werden – denke ich – entscheide mich dann dafür die Suche nach einem Schlafplatz auf der Strandbühne mit dem Kauf einer Flasche Billigfusel und nem Steak zu verbinden – sollte auf einer Party wie dieser nicht allzu schwierig sein. Tatsächlich werde ich – kaum aus dem Bus ins Freie gestiegen – sofort von der Dorfjugend nach meinem Verlangen gefragt – lehne das Angebot das mir unterbreitet wird mit Verweis auf den verlangten Wucherpreis dankend ab. Nicht das es im Vergleich zu anderswo nicht trotzdem lächerlich billig wäre – aber – man hört schnell auf solche Vergleiche zu ziehen, wenn man merkt, dass man trotz eines vermeintlich guten Geschäfts über den Tisch gezogen wird. Der Billigfusel ist hingegen schnell und problemlos hier erstanden und die Bühne bereits in greifbarer Nähe:
[Weltmichl, 2010]

Getränke

Getränk Preis in Eur
Sterni 0,99
Rapido 3,00
Vodka Shot 2cl 1,00
Chili Vodka Shot 2 cl 1,50
Extreme hot bloody Mary 1,50
Cuba libre 2,99
Caffe 0,50
Selfmade Mate 1,50
Mate Vodka 2,99
Cola 0,50

Fressen

coming soon ….

Logie

Es gibt die Möglichkeit ein schickes Zelt aufzubaun.

Du kannst auch einfach durchfeiern und dann dich in die Sonne/Schatten legen.

Du kannst auch zum nahe gelegenen Badesee(3km) wandern und dort baden, schlafen oder was auch immer tun.

Resümee

 

Ganz kurz zusammengefasst: Der Feldversuch war sowohl ein moralischer als auch ein wissenschaftlicher Erfolg, aber ein wirtschaftliches Desaster für das Kollektiv der Veranstaltenden.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Ohne Kenntnis der Probanden Gäste gab es zugleich mehrere Experimente unserer Wissenschaftler. So hat die wirtschaftswissenschaftliche Abteilung herausgefunden, dass sich Punkerpisse als Bier verkaufen lässt, wenn die Alkoholkonzentration hoch genug ist und mittels einer CO2-Kartusche neue Kohlensäure eingefügt wird, dies ist zugleich die ehrliche Antwort auf die Frage, warum abgestandenes Bier wie Pisse schmeckt. Unsere Lebensmitteltechnologen haben es geschafft, Jauche nach etwas Aufbereitung als Yerba Mate Eistee zu vermarkten. In dieser landwirtschaftlichen Umgebung hat dies einerseits einige logistische Probleme gelöst, andererseits hat der Placeboeffekt die Gäste sehr lange wach gehalten – jedenfalls hoffen wir, dass es der Placeboeffekt war, genauere Untersuchungen hierzu laufen noch. Ebenfalls unsere Lebensmitteltechnologen haben mit einer Art biologischen Klebstoff, Nahrungsergänzungsmittel und allerlei Gewürzen organisches Material recycelt, deshalb gab es leckeres Grillgut und zum anderen ist das Plumpsklo nicht übergelaufen. Da dies (wohl auch aufgrund der in allen Getränken dargereichten Psychopharmaka) soweit auch jedem geschmeckt hat, kann dieses Experiment als voller Erfolg betrachtet werden. Wer sich vor diesen Experimenten ekelt, dem empfehlen wir an dieser Stelle, nicht im Supermarkt einzukaufen und beispielsweise keinen Döner mehr zu essen, uns beschleicht der Verdacht, dass diese Experimente bei weitem unappetitlicher sind. Es bleibt eigentlich nur selbst gejagtes und geerntetes Essen übrig, Langzeitexperimente hierzu werden ebenfalls auf dem Paczkagelände vom selben Kollektiv durchgeführt, dass auch den Feldversuch veranstaltet hat.

Spaß

Wir haben das altbekannte Sprichwort „man kann auch ohne Spaß Alkohol haben“ auf den Kopf gestellt und erweitert, nun heißt es „man kann auch mit Alkohol, Musik und netter Gesellschaft Spaß haben“. Dies ist erfreulich, denn mit Blackjack und Nutten sah es düster aus. Es hat sich niemand ernsthaft beschwert, es wurde getanzt, gelacht, gesoffen und ab und zu am Hypnosefeuer herumgesessen. Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen und das ist bereits Grund genug, dass es einen Feldversuch 11 einfach geben muss!

Sicherheitskonzept

Das Sicherheitskonzept ist weitgehend aufgegangen, jedenfalls gab es keine schweren Verletzungen, dafür sei dem Sicherheitsbeauftragten sowie den 20 Ninjas, die sich während des gesamten Feldversuchs unauffällig in den Bäumen versteckt haben ohne jemanden das Partyvergnügen zu stören gedankt. Natürlich können wir nicht das gesamte Konzept veröffentlichen, aber ein paar wichtige Teile davon können vielleicht anderen, die derartige Großveranstaltungen planen als Inspiration dienen. Auf dem Gelände waren keine Nazis und auch keine Bullen wahrnehmbar, dafür waren ja die Ninjas zuständig, die selbst auch nicht wahrnehmbar waren, was die ganze Stimmung aufgelockert hat und so die Gefahr einer Massenpanik mit möglichen Toten minimiert hat. Wir wissen nicht, ob wirklich keine Nazis und/oder Bullen kamen oder ob diese jetzt im Wald begraben liegen, aus Gründen der glaubhaften Abstreitbarkeit wollen wir das auch gar nicht wissen. Das wichtigste Strategieelement zur Verhinderung einer Massenpanik war zweifelsfrei, dass wir dafür gesorgt haben, dass niemals das Bier alle wird, im Kampf um die letzte Flasche nützen auch ein paar Tausend Jahre sogenannte Zivilisation nichts, da ist sich jeder selbst der nächste. Ein weiteres Konzept, dass zum Glück gar nicht erst zum tragen kam, war die großzügige Planung der Fluchtmöglichkeiten. So hätte man im Falle einer Massenpanik einfach in eine beliebige Richtung auf offenes Gelände flüchten können, um sich in Sicherheit zu bringen. Selbstkritisch müssen wir aber zugeben, dass es eine Lücke im Sicherheitskonzept gab. So hat es ein wilder Elch geschafft, auf dem Gelände zu wüten und offensichtlich sogar Zugang zum Alkohol gefunden. Die Situation wurde dann durch hypnotische Musik wieder entspannt.

Finanzielle Situation

Die Finanzen sind wie bereits erwähnt ein Desaster. Niemand hat die 70000€ Eintritt bezahlt, stattdessen wurden einige Planzen mitgebracht, obwohl diese Alternative nur als Scherz gemeint war. Außerdem kamen weniger als die 80000 erwarteten Gäste, uns fehlen also 5.600.000.000€, die wir nun aus eigener Tasche begleichen müssen. Dieses Geld fehlt jetzt bei der Investition in Feldversuch 11. Unsere Pläne, Brandenburg zu kaufen, einen internationalen Flughafen zu bauen und nächstes Jahr die Gäste und Künstler aus aller Welt einfach direkt einzufliegen, scheinen daher etwas unrealistisch.

Nichtrepräsentative Meinungen

Commander Spock: „fascinating“ Ms Lovejoy: „Kann denn nicht einmal jemand an die Kinder denken?“ anonymer Pilz: „Hilfe, ich bin blind!“ optimistisches Pils: „Ich bin noch halb voll! Mindestens!“ E. Cartman: „You have Hippies!“ Kompost: „Lasst mich doch einfach in Ruhe!“ Elch: „Ha ha ha ha ha ha ha ha…!“ Nachschlag: „Brenn Bitterfeld, brenn!“ Ninja: „“

Konsequenzen

Natürlich wird es einen Feldversuch 11 geben, Karten sind bald im Vorverkauf zu erhalten. Durch die längere Planungszeit wird das bereits diesmal exzellente Lineup sicherlich nochmals verbessert. Beim Verpflegungsangebot und am Sicherheitskonzept sind nur wenige Verbesserungen nötig. Die Bugdetplanung muss allerdings optimiert werden. Ob dann ein Bier 1000000€ kosten wird oder ob die Plage namens Kapitalismus dann endlich beseitigt ist, wird sich zeigen.

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